Hetero-Zone: Äusseres Coming-Out


Stell dir vor, du müsstest ein grosses Geheimnis bewahren, du alleine. Eine geheime Information, dessen Durchsickern für dich schwerwiegende Folgen haben könnte. Du hörst, wie sich die Leute darüber unterhalten, wer Kenntnis von diesen Informationen haben könnte. Du wirst selber in solche Diskussionen verwickelt, du musst dich verstellen, du musst lügen. Mit der Zeit hat dein Leben als einzige Bedeutung das Behüten dieses Geheimnisses, es ergreift Besitz von dir, du wirst ständig von irgendwoher daran erinnert, dass du dessen Hüter bist, ständig in der Angst, jemand könnte davon erfahren. Und du weisst: Irgendwann muss es raus! Irgendwann wirst du's nicht mehr aushalten. Irgendwann wirst du die Folgen davon über dich ergehen lassen müssen, um danach, von der Last befreit, wieder ein normales Leben führen zu können. Irgendwann. Aber nicht jetzt.

Die meisten homosexuellen Jugendlichen erleben genau diese Situation. Aus Angst vor Diskriminierung und Ausgrenzung wagen sie es oftmals jahrelang nicht, sich gegen aussen zu öffnen. Ihr Geheimnis frisst sie von innen auf, die Belastung führt bei vielen zu psychischen Problemen bis hin zu Suizidgedanken. Je früher das äussere Coming-Out, die Öffnung gegenüber vertrauten Personen, vollzogen werden kann, desto besser. Und je toleranter, offener und verantwortungsbewusster das Umfeld ist, desto schneller ist es für Homosexuelle möglich, sich zu outen.

In Kürze: Für junge Schwule und Lesben ist es wichtig, sich gegen aussen zu öffnen, ihr Geheimnis nicht ewig in sich zu bewahren. Dies braucht aber viel Mut und Überwindung und vor allem ein tolerantes und offenes Umfeld.
Begriff: Das äussere Coming-Out bedeutet für Homosexuelle den Prozess, nach und nach wichtigen Menschen in ihrem Umfeld ihre sexuelle Orientierung zu offenbaren.
Links zum Thema:
- Mattenjahre: Coming-Out-Geschichte eines 16-jährigen.